Posts filed under ‘Film’

Der Junge im gestreiften Pyjama

Bruno versteht die Welt nicht mehr: Erst muss seine Familie aus Berlin wegziehen, weil sein Vater befördert wurde. Also muss er sich von seinen Freunden verabschieden. Das neue Landhaus gefällt ihm nicht, er ist einsam und ihn plagt Langeweile. Von seinem Fenster aus kann er einen Bauernhof mit hohen Zäunen erkennen. Doch die Bauern machen einen merkwürdigen Eindruck: Sie alle tragen den ganzen Tag Pyjamas. Im Haus schält Pavel die Kartoffeln, obwohl er sagt er sei Arzt. Da Bruno gerne Forscher werden möchte, erkundet er schließlich auf eigen Faust die Umgebung. Und hinter einem Zaun sitzt schließlich der Junge im gestreiften Pyjama.

Eine bizarre Geschichte? Nein, so sieht der achtjährige Bruno seine Umwelt. Ein wahnsinnig guter und ehrlicher Film mit einem harten Ende. Positiv ist hervorzuheben, dass man auch von der stereotypischen Rolle des ewig bösen Deutschen absieht. Auf jeden Fall sehenswert.

Mai 16, 2009 at 10:01 am Hinterlasse einen Kommentar

Crank 2: High Voltage

Nach dem Überraschungserfolg von Crank vor wenigen Jahren, musste ich mir unbedingt die Fortsetzung ansehen. Das Crank-Konzept wird in Teil 2 natürlich beibehalten und nur leicht modifiziert: Chev Chelios (Jason Statham) ist auf der Jagd nach den Bösewichten, die ihm sein Herz gegen ein Kunstherz ausgetauscht haben. Dabei nimmt die Handlung aber immer merkwürdigere Züge an, bis hin zum skurrilen Finale.

Sehr gut hat mir wieder die Rolle des Chevs und seiner Freundin Eve gefallen, außerdem werden sehr gute und witzige Schnitte, Kameraperspektiven, Stilmittel und Bilder verwendet. Zum Ende hin aber führt die Handlung sehr weit.
Außerdem ist Crank 2 wieder im höchsten Maße political incorrect, aber das zeichnet den Film auch aus…

Mai 1, 2009 at 10:40 am Hinterlasse einen Kommentar

Nordwand

Die meisten Bergsteigerfilme erzählen Heldengeschichten: Furchtlose Pioniere, die nach dem harten Aufsteig endlich oeben am Gipfel jubeln dürfen und später wie Helden in die Geschichte eingehen. Doch der Film Nordwand, bricht mit diesem Gesetz. Der Film (beruhend auf eine wahren Geschichte) spielt im Jahr 1936; Nazideutschland baut auf die Helden von Morgen. Die Bezwingung der letzten Bastion der Alpen, die Eiger Nordwand, soll von den beiden Kletteren Toni Kurz (Benno Fürmann) und Andreas Hinterstoißer (Florian Lukas) bewzungen werden. Dabei soll die junge Reporterin Luise Fellner (Johanne Wokalek) berichten. Das Drama nimmt aber einen ganz anderen Lauf…

Der Film ist leider etwas zu lang geraten, weswegen die Spannung nicht wirklich aufrechterhalten bleibt. Die Schauspieler machen ihre Arbeit ganz gut, aber nicht überragend. Die Effekte und Animationen sind im Low Budget Bereich gehalten, was dem Film aber nicht schadet. Ingsgesamt wurde also an vielen Stellen Potential verschenkt.

April 11, 2009 at 1:40 pm 1 Kommentar

Die Welle

Gestern noch mal (nach dem Kinobesuch 2008) die DVD angesehen. Bei dieser Neuverfilmung (das Original erschien unter dem Titel „The Wave“ 1981 und hatte nur eine Laufzeit von 42 Min., aber vermutlich ist das daraus entstandene Buch von Morton Rhue bekannter) lohnt sich eine Zweitbetrachtung auf jeden Fall.

Die Frage, die sich der Politkkurs von Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel), selbst stellt lautet: Ist eine faschistische Diktatur heute noch möglich? Gemeinsam besprechen die Schüler mit ihrem Lehrer die Ursachen und Symbole einer neuen Gemeinschaft und Diktatur. Allerdings geraten sie dabei selbst immer weiter Stück für Stück in die Falle ihres Gedanken-Experiments. Die Welle, so der symbolische Name der Gemeinschaft, greift um sich und droht außer Kontrolle zu raten…

Ein Kritkpunkt, der auch schon dem Original anheftete, ist die Glaubwürdigkeit, dass sich eine solche Bewegung innerhalb so kurzer Zeit ausbreiten kann. Die Welle spielt in einem Zeitraum von nur 6 Wochentagen (Montag – Samstag). Deswegen ist die rasche Abfolge der Handlung teilweise unrealistisch. Hier wäre weniger mehr gewesen. Ein weiterer Kritkpunkte sind die stereotypen Charaktere der Jugendlichen. Hier wird schnell die Rolle des schüchternen Außerseiters, des verwöhnten Bozenkindes, des coolen Sportlers, der rebellischen Unangepassten usw. verteilt. Dies lässt die Figuren, wie schon im Original, nicht besonders Glaubhaft erscheinen. Besonders dramatisch ist natürlich das unerwartete Ende der Welle.

Insgesamt ein unterhaltsamer und packender Film mit geringen Schwächen.

April 6, 2009 at 3:57 pm Hinterlasse einen Kommentar

Vorstadtkrokodile

Der Kinderbuchklassiker von Max von der Grün (1923 – 2005) hat auch heute noch aktuellen Bezug: Kinderfeindlichkeit, Rassismus, Isolation Behinderter, Freundschaft

Die Kinderbande der Vorstadtkrokodile können dank der Hilfe des querschnittsgelähmten Kurt (im Film heißt dieser auf einmal Kai) die gesuchten Einbrecher stellen.

Insgesamt wurde dem verstaubten Original ein neuer Lack verpasst. Jetzt haben die Kinder Handys, sind bei sozialen Netzwerken angemeldet und im Fernsehen läuft CSI. Leider sind diese Neuerungen ein wenig in die Hose gegangen und lassen den Film etwas lächerlich wirken. Die Kinderschauspieler machen ihre Aufgaben ganz gut, aber bleiben blass. Dazu gibt es noch einige Rollen mit Smudo, Nora Tschirner und – vermutlich als Homage an die Verfilmung von 1977 – Martin Semmelrogge.

April 4, 2009 at 10:02 pm Hinterlasse einen Kommentar

Far Cry

Far Cry war 2004 ein revolutionäres neues Computerspiel. Eine neuartige Grafikengine hat damals die Sandstrände und das Wasser der tropischen Inseln sehr realistisch aussehen lassen. Außerdem konnte sich die Hauptfigur, Jack Caver, sehr frei in der Spielwelt bewegen. Ein kleiner Schwachpunkt war allerdings die katastrophal schlechte Handlung von Far Cry: Auf einer Insel züchtet der verrückte Dr. Krieger Kampfmutanten mit manipuliertem Erbgut heran, die natürlich ausbüchsen und dem Spieler das Leben schwer machen. Nun wurde aber genau diese Story im Jahr 2008 durch Uwe Boll verfilmt.

Im Grunde genommen beginnt der Film recht vielversprechend und unterhaltsam. Jack Carver (gespielt von Till Schweiger) und eine Journalistin (Emmanuelle Vaugier), die eine Enthüllungsstory wittert, geraten auf die Insel des Dr. Kriger und letztendlich dort auch in Gefangenschaft. Dann beginnen die Mutanten zu rebellieren und alles versinkt im Chaos. Und spätestens dann füllt sich der neutrale Zuschauer auf den Arm genommen. Er wird an allen Stellen mit billigen Effekten, Sprüchen und Klischees gearbeitet. Zudem wurde der Film (vermutlich weil Boll Mittel aus dem kanadischen Förderungstopf bezieht) nicht an Sandstränden in der Karibik, sondern in Kanada und Deutschland gedreht.

Die schauspielerische Leistung lässt bei Till Schweiger mal wieder viel Platz nach oben offen und man muss sich wirklich fragen, ob einer der Produzenten das Spiel wirklich gespielt hat.
Den Film kann man sich beim besten Willenen ersparen – das Geld lieber in das Spiel investieren.

April 4, 2009 at 2:38 pm Hinterlasse einen Kommentar

Religulous

US-Comedian Bill Maher rechnet in Religulous (Mischung aus den engl. Wörtern religion und ridiculous) mit den großen Weltreligionen ab. Dabei bereist er die ganze Welt, um sich mit den Glaubensvertretern und -kritikern zu unterhalten. Durch humorvolle Einspieler wird dabei das Gesprochene kommentiert.


An vielen Stellen ähnelt Riligulous im Stil an Borat, denn Larry Charles führte auch dort die Regie.
Insgesamt ein sehr humorvoller und kurzweiliger Dokumentarfilm.

April 4, 2009 at 2:13 pm Hinterlasse einen Kommentar

Ältere Beiträge


Kalender

August 2017
M D M D F S S
« Sep    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Posts by Month

Posts by Category